Na slědach Krabata - Wutrobnje witajće do dwurěčneje Łužicy
Auf den Spuren des Krabat - Herzlich Willkommen in der zweisprachigen Lausitz

Soziokulturelles Zentrum "Am Krabatstein"

Der Miltitzer Steinbruch liegt im Südteil des Lausitzer Grundgebirges. Das Vorkommen bei Miltitz war einst als eine Granitkuppe im Gelände wahrzunehmen. Der Miltitzer Granit wird als Granodiorit oder Biototgranit bezeichnet und verfügt über ein helles, kontrastreiches Aussehen. Um 1900 begann man, den Granodiorit abzubauen. Am 30.06.2000 endete dann schließlich die Produktion im Steinbruch Miltitz. Eine Expertise aus dem Jahr 1969 ging zwar noch von 80 Jahren Abbaufähigkeit aus, rechnete aber nicht mit den Preisverhältnissen 20 Jahre später und dem massiven Eindringen von chinesischem Granit auf den europäischen Markt. Der Betriebsschluss in Miltitz bedeutete das Ende einer 100-jährigen intensiven Gewinnung von Natursteinen für den Industrie- und Verkehrsbau, den Städebau und den Profanbau.

Seit 2001 ist die Gemeinde Nebelschütz Besitzer des Miltitzer Steinbruches. Seit 2006 entstand Schritt für Schritt eine Behausung für den Pächter, den Tauchverein Freiberg, sowie das Hauptgebäude für die kulturelle Nutzung seitens der Gemeinde mit Aufenthaltsraum, Toilette, Waschraum und Küche.

Der Miltitzer Steinbruch ist ein Kulturgut, ein gewachsenes Kulturerbe, welches zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Nach dem Willen der Gemeinde Nebelschütz entsteht „Am Krabatstein“ im Miltitzer Steinbruch langfristig ein soziokulturelles Zentrum mit germanischer Siedlung, Slawendorf, ständiger Bildhauerwerkstatt, Tauch-Areal und Kulturbühne. Das 30 ha große Areal soll somit wieder mit Leben erfüllt werden. Der Bebauungsplan „Soziokulturelles Zentrum am Krabatstein“ wurde als Satzung beschlossen, wodurch die Gemeinde Nebelschütz Planungsfreiheit erlangt hat. Zudem wurde das Gebiet als „Sondergebiet mit Zweck Soziokulturelles Zentrum“ ausgewiesen.

Die Gemeinde Nebelschütz lädt seit 2006 jährlich im Sommer zur Internationalen Bildhauerwerkstatt in den Steinbruch Miltitz ein. Seitdem entstanden Skulpturen aus Granit, Sandstein und Holz aber auch aus Keramik, Metall und Pigmenten. Die Veranstaltung fand 2013 bereits zum 8. Mal im Steinbruch Miltitz am Krabatstein statt! Das Projekt Unterwassersammlung wird ebenfalls dieses Jahr fortgesetzt.

Kontakt:

Gemeinde Nebelschütz
Hauptstraße 9
01920 Nebelschütz

Telefon: 03578 301006
Telefax: 03578 302491

E-Mail: gemeinde[at]nebelschuetz.de

www.nebelschuetz.de


Internationale Bildhauerwerkstatt

Der Verein „Steinleicht e. V.“ organisiert jährlich die Bildhauertage am Krabatstein im Steinbruch in Miltitz. Seit Mai 2010 besteht der Verein, der von neun Kunstinteressierten, darunter Steinmetz, Architekt, Kulturmanager, Fotograf, Redakteurin, Unternehmer und auch Gemeindevertreter, gründetet wurde.

Der Vereinsname „Steinleicht“ steht dabei symbolisch für den Steinbruch, für Land und Leute, für die harte Arbeit mit Granit und „Leicht“ für den Gegenpol zum Material Granit. Damit soll gesagt werden, dass man keine Angst, keine Scheu vor der Verarbeitung haben soll. Bildende Kunst ist nicht nur harte körperliche Arbeit. Das Motto „Steinleicht“ eröffnet aber auch viel Kreativität und kann von jedem Künstler frei interpretiert werden.

Langfristig soll der Verein fester Ansprechpartner am Steinbruch sein. Ganzjährig sollen hier Veranstaltungen organisiert werden, wie z.B. die Bildhauertage, Workshops, Kurse, Vorträge und Projekttage für Schulklassen. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Gymnasium Bautzen sowie mit Fachhochschulen für Kunst, unter anderem in Usti nad Labem (Tschechien).

Die Internationale Bildhauerwerkstatt soll zum fachlichen Austausch inspirieren, Gemeinschaft und Begegnung wecken. Dabei lernen die Künstler vor Ort viel über den Lausitzer Granit und das Arbeiten mit Holz. Sie kommen z.B. aus Deutschland, Tschechien, den Niederlanden und Italien, um im Rahmen einer internationalen Werkstatt Kunst in die Region einzugliedern. Der Verein sucht die Künstler aus, beantragt die Fördermittel, und plant die Werkstatt inhaltlich und macht erst durch starke Eigenleistung die Bildhauerwerkstatt möglich. Die Finanzierung gelingt durch Fördermittel vom Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, der Gemeinde Nebelschütz sowie durch zahlreiche Sponsoren wie z.B den Idol-Verein und die EWAG Kamenz.

Schulen können die Bildhauertage für Führungen nutzen und lernen dabei den in der Region viel vorhandenen Lausitzer Granit anschaulich kennen. Mit dem im Volksmund ´Salz und Pfeffer´ genannten Lausitzer Granit gelingt die Verbindung zur Tradition und die Identifizierung mit der Region. Im Miltitzer Steinbruch liegen noch zahlreiche Granit-Reste, die viel Potential für künftige Kunstwerke bieten.

Alljährlich werden im Zusammenwirken mit dem Pächter des Steinbruchs, einem Tauchsportverein, kleine Skulpturen auf mehreren Absätzen unter Wasser versenkt. Nach einigen jahren sollen die kleinen Kunstwerke wieder das Tageslicht erblicken. Das Unterwasserkennenlernen von Kunst ist für viele Taucher ein besonderes Erlebnis.

Kunst kann und soll zur Diskussion anregen! Zur Bildhauerwerkstatt suchen die Künstler aber auch die Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Spannend ist auch die große Offenheit für Besucher, die von Jahr zu Jahr mehr werden.

Informationen zur Geschichte und Dokumentation der Internationalen Bildhauerwerkstatt können Sie unter folgendem Link nachlesen:

www.krabatstein.com

www.steinleicht.de

 

Impressionen


 

Bauen und Verhütten - wie einst die Germanen

Museum der Westlausitz, ASZ Kamenz und Gemeinde Nebelschütz setzen gemeinsames Projekt um

Das EU-Projekt „Die Lebenswelt vor 1800 Jahren“ ist Archäologie zum Anfassen und Miterleben. Den Reiz des Projektes macht das generations- und grenzübergreifende, gemeinsame Entwickeln und Lernen und der Austausch von Erfahrungen aus. Das langfristig und pädagogisch angelegte Projekt wird auf einem circa 100 mal 100 Meter großen Areal am „Krabatstein“ im Miltitzer Steinbruch umgesetzt.

Ziele

Es sollen buchbare Angebote für Schulklassen, Studenten, Vereine, Touristen, Kultur- und Freizeitgruppen entstehen, welche den Alltag der Germanen authentisch nacherleben lassen. So soll man sich im Lehmbau, der Verhüttung von Raseneisenerz, der Keramikproduktion und der Holzbearbeitung üben können. Das Projekt leistet wichtige Arbeiten, um die Epoche der germanischen Besiedlung in der Oberlausitz (200–400 v. Chr.) archäologisch zu ergründen. Da es an komplett ausgegrabene Siedlungen aus der Zeit mangelt, fehlen viele Anhaltspunkte für die Rekonstruktion germanischer Gehöfte und für die Lebenswelt der Germanen in der Oberlausitz. Das Projekt betreibt aktive Spurensuche mit dem Ziel eine germanische Gehöftanlage entstehen zu lassen.

Inhalte

  • Bau eines Langhauses als typischer Pfostenbau als Wohn- und Stallhaus, 15 x 5 Meter groß und 4 Meter hoch
  • Bau eines kleinen Vorratshauses, eines Grubenhauses, einer Töpferwerkstatt, eines Backofens sowie von Versuchsfeldern für den Getreideanbau

Die Sozialwerkstatt Nebelschütz sowie die zwei Generationen-Werkstätten des Museums sind maßgeblich an der Errichtung beteiligt.

Umsetzung

Das Museum begleitet wissenschaftlich und fachlich, stellt Baupläne, Werkzeuge und Materiallisten bereit und übernimmt die Bauleitung. Die Gemeinde Nebelschütz stellt Holz zur Verfügung, schafft das Baurecht und erstellt den Bebauungsplan. Nach Beendigung des Projektes werden der Gemeinde als Betreiber zur nachhaltigen Nutzung die Bau-resultate überlassen. Die Gemeinde Nebelschütz will das Gelände langfristig entwickeln und viele Akteure in der Region einbinden, wozu das Germanen-Projekt einen großen Teil zur Gesamt-Entwicklung beiträgt.

Finanzierung

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre und wird von der Sächsischen Aufbaubank über das Ziel3-Programm zur Förderung der grenzübergrei-fenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2007-2013 aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung „Wir investieren in Ihre Zukunft“ finanziert.

Motivation

20 Interessierte, darunter Schüler, Tischler, Chemie-Lehrer bis hin zum Hobby-Archäologen, engagieren sich in den beiden Generationen-Werkstätten des Museums und bringen viele Ideen in das Projekt ein. Manchen sind von der alten Handwerkstechnik inspiriert, andere motiviert das Interesse für Geschichte und Archäologie oder für die Technik der Eisenverhüttung.

Vorlagen

Es existieren nur wenige Vorlagen zur Orientierung, wozu beispielsweise Grundrisse von germanischen Wohn-Stall-Häusern in Feddersen-Wierde (bei Cuxhaven) und ein komplett erhaltener Grundriss eines Langhauses in Niegeroda im Landkreis Meißen gehören. Zudem gibt es kaum Erkenntnisse darüber, wie die Verhüttung bei den Germanen praktisch ablief. Diesen Fragen widmet sich das Projekt.

Kontakt

Weitere Mitstreiter für die beiden Generationen-Werkstätten „Langhaus“ und „Verhüttung“ sind herzlich willkommen. Treffpunkt ist stets montags und mittwochs 16.30 Uhr am Steinbruch Miltitz (bei schlechtem Wetter im Sammelsurium Kamenz)

Kontakt: Thomas Puttkammer, Telefon: 0 35 78/37 46 722

EU-Projekt „Die Lebenswelt vor 1800 Jahren“.
Kontakt: Macherstraße 140, 01917 Kamenz
Telefon-Nummer: 0 35 78/37 46 722 Fax: 0 35 78/37 46 799
E-mail: germanen[at]museum-westlausitz.de

http://www.museum-westlausitz.de

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