Na slědach Krabata - Wutrobnje witajće do dwurěčneje Łužicy
Auf den Spuren des Krabat - Herzlich Willkommen in der zweisprachigen Lausitz
Rico Jaensch (re.) und Martin Scholz zeigten beim Handwerker- und Viehmarkt ihr Schmiedehandwerk.

Sächsische Zeitung (Montag, 21. Juli 2008)

Krabatfest verzaubert Tausende

Von Andreas Kirschke

„Haltet euch ran. Wir müssen bald fertig werden“, telefoniert der Schwarze Müller (Dieter Klimek). Eben schildert ihm der Schwarzkollmer Wandergeselle „Stäbchen“ den aktuellen Bauzustand der Krabatmühle. Es geht voran mit den Fußböden im Laubengang. Gespannt lauschen die Gäste dem Sketch beim 7. Krabatfest am Sonnabend in Sollschwitz. Rund 2000 Besucher verweilen allein beim Folkloreprogramm im Festzelt und auf der Festwiese. „Sollschwitz ist für mich wie ein Nach-Hause-Kommen. Mein Vater stammt von hier aus der Mühle“, begrüßt Sängerin Uta Bresan das Publikum. Keinen Tag ihrer Kindheit im Ort will sie missen. Den Sollschwitzern macht sie ein Kompliment für den immensen Organisationsaufwand zum Fest. Vereine, Jugendklub, Feuerwehr und Einwohner engagieren sich. „Das ganze Dorf zieht mit. Jeder bringt Ideen ein“, staunt Rosa Wocko über die vielen Strohpuppen in den Gärten. Beim Handwerker- und Viehmarkt zum Krabatfest verkauft Rosa Wocko Holunderlikör, Wildknoblauch, Wildhimbeer-Marmelade und weiteres aus eigenem Anbau. Unweit von ihr zeigen die jungen Schmiedemeister Rico Jaensch (aus Beerwalde bei Mittweida) und Martin Scholz (aus Wittichenau) ihr Handwerk. „Ich kenne den «Schwarzen Müller»“, schildert Anita Irmer aus Drehsa bei Weißenberg. Auf dem Markt zeigt sie als „Papier-Marie“, wie aus Altpapier (Lebensmittel-Tüten), Wasser, Kräutern, Blüten und Moos Kunstpapier entsteht. Vor einigen Jahren stellte sie mit dem Schwarzen Müller im Rahmen der Initiative „Die Oberlausitz zu Gast“ die Region bundesweit vor. Bis nach Wolfsburg und Mainz führte die Tour.

Krabat-Land als Zukunft

„Um die Region zu entdecken und bekannt zu machen, brauchen wir nur das Krabat-Buch nutzen“, sagt Krabat (Wolfgang Kraus). Orte, Brauchtum, Gewerke, Historie – all dies kommt darin vor. „Man kann das Krabat-Buch als Drehbuch für die Zukunft nehmen“, ist er überzeugt. „Das Seenland findet im Krabat-Land einen fertigen Baustein für künftigen Tourismus.

"Die Sollschwitzer haben sich selbst übertroffen“, meint Gertrud Winzer, Vorsitzende des Vereins Krabatmühle Schwarzkollm. Sie sieht die Ideen als Ansporn für die Nachfolger. „Jeder Ort, der das Krabatfest ausrichtet, sollte für sich entscheiden, ob er einen Festumzug will. Seine eigene Kreativität, seine eigene Prägung ist gefragt“, meint Carola Kliemank, Mitarbeiterin des Regionalbüros des Krabatvereins. Das Fest, so betont sie, soll die Region präsentieren. Es kann Heimische anregen, die Lausitz mit anderen Augen zu sehen. Und auch 2009 soll ein Krabatfest stattfinden. Wo, wird noch entschieden.

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